Es gibt Tage, an denen spürbar wird, worum es im Kern geht. Unser erstes Geburtstagsfest war genau so ein Tag. Am 29. April 2026 haben wir ein Jahr Education Lab gefeiert und mit den Feierlichkeiten all das, was in den vergangenen zwölf Monaten entstanden ist: Begegnungen, Ideen, mutige erste Schritte und viele gemeinsame Weiterentwicklungen. Ein Jahr, in dem wir gesehen haben, was möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen, die Bildung mit Herz, Neugier und Haltung gestalten.
Gestartet hat unser Geburtstag bereits am Vormittag, mit zwei Schulklassen, die gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesverlag Schulbuch (ÖBV) in Workshops eingetaucht sind. Ein Auftakt, wie er passender nicht hätte sein können: junge Perspektiven, neugierige Gedanken und viel Lust, sich einzubringen.
Die Jugendlichen haben dabei erlebt, wie Schulbücher eigentlich entstehen und kluge, teils überraschende Fragen gestellt: Wie lang ist eine Papierrolle in der Druckerei? Und wie viele Bäume stecken eigentlich in all dem Papier? Eine Frage ist uns besonders hängen geblieben: „Wie viele Bäume werden eigentlich für Schulbücher gefällt?“, ein Moment, der zeigt, wie aufmerksam, kritisch und zukunftsorientiert junge Menschen auf Bildung blicken.
Neben diesen Einblicken konnten sie auch selbst aktiv werden: Die Unterstufenklasse testete ein neues, spielerisches Format für den Deutschunterricht, das aktuell beim ÖBV entwickelt wird und im Oktober erscheint, mit viel Spaß und wertvollem Feedback, das direkt in die Weiterentwicklung einfließt. Die Oberstufenklasse wiederum gab Rückmeldung zu zwei Biologie-Schulbüchern: Wie verständlich sind die Texte? Wie wirken die Bilder? Und was fehlt vielleicht noch?
Was dabei deutlich wurde: Wenn Kinder und Jugendliche einbezogen werden, entstehen wertvolle Perspektiven. Schließlich sind sie es, die täglich mit Schulbüchern arbeiten und deshalb auch mitgestalten sollten, wie diese aussehen.
Ab Mittag hat sich das Education Lab dann Schritt für Schritt mit unserer Community gefüllt. Beim gemeinsamen Ankommen rund ums Essen wurde schnell klar: Austausch entsteht nicht erst im Programmpunkt, er beginnt in den kleinen Gesprächen dazwischen. Erste Grüppchen haben sich gebildet, bekannte Gesichter wiedergefunden, neue Verbindungen geknüpft. Ideen wurden angestoßen, Gedanken weitergesponnen: genau dieses lebendige Miteinander, das das Education Lab ausmacht.
Mit dem offiziellen Teil hat unsere Direktorin Julia den Bogen gespannt: von den ersten Terminen noch in Winterjacken auf der Baustelle, als vieles noch Vision war, bis hin zu einem Ort, der heute täglich genutzt, gestaltet und an dem weitergedacht wird.
Was in einem Jahr entstanden ist, macht uns ehrlich gesagt selbst ein wenig sprachlos:
Mit unserer Community erreichen wir heute rund 4 % der Kindergärten und 30 % der Schulen in Wien und damit genau jene Orte, an denen Bildung jeden Tag stattfindet. Inhaltlich haben uns vor allem in den vergangenen Monaten drei Schwerpunkte begleitet: „Gemeinsame Sprache“, „Mentale Gesundheit“ und “Innovationstransfer”. Themen, die nicht nur gesellschaftlich hochaktuell sind, sondern auch im Alltag von Pädagog:innen, Bildungseinrichtungen und Organisationen eine zentrale Rolle spielen. Im Education Lab versuchen wir, dafür Räume zu schaffen, für Austausch, Perspektivenvielfalt und konkrete Lösungsansätze.
Am Nachmittag wurde es dann ganz konkret: In zwei Co-Creation Sessions mit der Methode LEGO® Serious Play® haben wir uns gemeinsam gefragt: Wie sieht die Zukunft aus, die wir uns wünschen? Rund um mentale Gesundheit im Bildungssystem und eine gemeinsame Sprache für Bildungserfolg wurde gebaut, gedacht und diskutiert. Hände wurden zu Werkzeugen für Gedanken und Ideen sichtbar, greifbar, teilbar.
Im Fokus stand dabei ein klares Zukunftsbild: Kindergarten und Schule als Lebensräume, die Rückzug, Begegnung und Natur selbstverständlich mitdenken. Daraus sind ganz konkrete Ansätze entstanden, von Ruhezonen und kooperativen Spielformen über kollegiale Intervision in der Dienstzeit bis hin zu Resilienz-Tagen. Gleichzeitig wurde deutlich: Damit all das im Alltag trägt, braucht es auch strukturelle Veränderungen, in Ausbildung, in Rahmenbedingungen und in der Gestaltung von Räumen. Immer wieder wurde dabei eines betont: Haltung ist die Grundlage, auf der alles aufbaut.
Auch beim Thema Sprache ging es um ein gemeinsames Verständnis: nicht als isoliertes Fach, sondern als durchgängige Alltagspraxis, im Kindergarten wie in der Schule. Diskutiert wurden flexible und modulare Lernsettings, klare Zuständigkeiten in der Sprachbildung, multiprofessionelle Teams und die aktive Einbindung von Eltern als Mitgestaltende.
Was beide Sessions verbunden hat: Es waren oft kleine, konkrete Interventionen, die gemeinsam ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Entscheidend ist, dass sie ineinandergreifen und dass Beziehung, Vernetzung und Haltung dabei immer mitgedacht werden.
Ein besonderer Moment des Abends war die Keynote von Beck Crowhurst. Unter dem Titel „The Invisible Architecture of Change“ hat sie über Veränderung gesprochen, die dann entsteht, wenn wir uns als verbundenes Netzwerk verstehen und nicht als einzelne Bereiche nebeneinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee einer „partnership dividend“: die zusätzliche Kraft, die entsteht, wenn viele Menschen an unterschiedlichen Stellen arbeiten, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung tragen. Was bleibt: Veränderung passiert nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Und dann wurde gefeiert. Mit Beats von Beatboxer Dan Lio, einer Liveperformance von Mansoola mit unserer Bella und DJ-Sounds von Martin Nicolai wurde aus Austausch Bewegung, im wahrsten Sinne des Wortes.
Über 200 Menschen haben an diesem Tag miteinander gedacht, geredet, gelacht, gebaut, getanzt und gefeiert. Denn am Ende zeigt sich immer wieder: Ein Raum wird erst durch die Menschen darin zu etwas Besonderem.
Wenn wir auf dieses erste Jahr zurückblicken, sehen wir vor allem eines: Bewegung.
Wir haben Bildungseinrichtungen besucht und viele bei uns willkommen geheißen. Wir haben gelernt, zugehört, ausprobiert. Wir durften beeindruckende Bildungsinitiativen kennenlernen und ihnen im Education Lab eine Bühne geben, sie sichtbar machen und weitertragen. Wir sind als Team gewachsen: von einer kleinen Gruppe, in der Jede:r alles gemacht hat, hin zu einem Team mit klaren Rollen und gleichzeitig dem gleichen Spirit, füreinander einzustehen, sich zu unterstützen und gemeinsam zu gestalten.
Und wir haben erlebt, wie schnell aus ersten Ideen konkrete Programme, Kooperationen und Formate werden können.
Ein Jahr Education Lab und es fühlt sich an, als wäre gleichzeitig unglaublich viel passiert und doch alles erst am Anfang. Was uns antreibt, ist gleich geblieben: Ein Ort zu sein für alle, die Bildung bewegen wollen. Ein Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Weiterdenken. Ein Ort, wo gute Praxis sichtbar wird und ihren Weg in die Breite findet.
Dieser Ort lebt durch die Menschen, die ihn nutzen: durch Pädagog:innen, die ihr Wissen teilen, durch Initiativen, die andocken und mitgestalten, durch unser Team und durch jede einzelne Person, die uns im Education Lab besucht hat.
Danke an alle (angehenden) Pädagog:innen & Kindergartenkinder & Schüler:innen. Danke an unsere Community. Danke an unsere Partner, Initiativen und Wegbegleiter:innen. Danke an unser Team. Und danke an alle, Bildungsgestalter:innen die diesen Ort im vergangenen Jahr mit Leben gefüllt haben. Wir freuen uns auf alles, was vor uns liegt. Auf weitere Begegnungen, neue Ideen und viele gemeinsame Schritte. Auf die nächsten Jahre im Education Lab.
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